Bring your own device
/ Arbeiten 4.0

Die Entwicklung der modernen Arbeitswelt, insbesondere der Digitalisierung, Flexibilisierung und Vernetzung, wird zusammengefasst unter dem Begriff „Arbeiten 4.0“. Kennzeichnend für die Veränderungen sind neue Arbeitsformen und -verhältnisse, technologische Innovationen der Industrie 4.0 sowie eine zunehmende, globale Vernetzung.

Diese Entwicklungen bergen für Arbeitnehmer wie auch für Arbeitgeber Chancen und Risiken. Einen ausgewählten Aspekt der Arbeit 4.0 möchten wir Ihnen im Überblick kurz darstellen.

Smartphones, Tablets & Co: Selbst ist der Mitarbeiter!

„BYOD – Bring your own device“ ist eine Erscheinungsform der Digitalisierung der Arbeitswelt. Es bezeichnet den Einsatz privater Kommunikationsgeräte von Mitarbeitern für dienstliche Zwecke. Der Einsatz von privaten Kommunikationsgeräten gehört in vielen Unternehmen zum Alltag. Häufig geht die Einführung von BYOD auf den Wunsch von Mitarbeitern zurück, die Trennung von beruflichem und privatem Gebrauch auf die Nutzungsinhalte zu beschränken, hierfür aber auf eine physische Unterscheidung in Gestalt mehrerer IT-Endgeräte (z. B. Diensttelefon) zu verzichten.

BYOD-Lösungen können auf der einen Seite als Mittel zur Mitarbeiterbindung dienen und die Zufriedenheit der Belegschaft fördern als auch die individuelle Arbeitsproduktivität steigern. Andererseits bergen sie aber die Gefahr einer immer stärker werdenden Vermischung von Arbeit und Freizeit. Gerade aber junge Bewerber stellen die Erlaubnis, bereits vorhandene private IT-Endgeräte auch für dienstliche Zwecke nutzen zu können, als klare Erwartungen an ihren zukünftigen Arbeitgeber.

Erscheinungsform

Als Erscheinungsform des BYOD sind zunächst mobile IT-Endgeräte aller Art, also Smartphones, Laptops, Tablets etc. denkbar. Bei dem „klassischen“ BYOD ist der Arbeitnehmer von vornherein Eigentümer des Geräts und nutzt dieses auch privat und vor allem aufgrund eines privaten Vertrages. Der Arbeitgeber wiederum gewährt über diese privaten Geräte Zugriff auf dienstliche Daten und häufig auf die eigene IT-Infrastruktur.

Datenschutz- und IT-rechtliche Einordnung

Beim Einsatz von BYOD müssen neben arbeitsrechtlichen insbesondere Datenschutz- und IT-rechtliche Rahmenbedingungen beachtet werden. Es dürfte daher im Interesse beider Parteien liegen, klare Regelungen zu der Nutzung privater mobiler Endgeräte zu treffen.

Eine solche Regelung kann je nach Struktur des Arbeitsverhältnisses und des Unternehmens in Arbeitsverträgen, Dienstanweisungen, Richtlinien oder Betriebsvereinbarungen erfolgen. Dabei sollte die Regelung vor allem Fragen zur Arbeitszeit, zu den Kosten, zur Rufnummer des Arbeitnehmers, zum Kontrollverlust über Daten, zur IT-Sicherheit, zu den Eigentumsverhältnissen sowie zu der Frage, was mit ausgedienten Endgeräten passiert, enthalten. Auch die Frage, ob und wie der Arbeitgeber auf private Endgeräte zugreifen darf, wenn sich betriebliche Daten daraufbefinden, ist zu berücksichtigen.

Vor- und Nachteile

Bei einer oberflächlichen Betrachtung der BYOD-Konzepte liegen die Vorteile sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer klar auf der Hand. Die Arbeitgeber erlauben ihren Beschäftigten das Mitführen und die Nutzung eigener mobiler Endgeräte und müssen so nicht selbst kostenaufwendige Arbeitsgeräte anschaffen. Arbeitnehmer wiederum haben den Vorteil, dass sie ihre eigenen, häufig sowieso mitgeführten Mobilgeräte nutzen können, die an ihre individuellen Bedürfnisse angepasst sind.

Bei genauerer Betrachtung werden allerdings Fragen aufgeworfen, die aus rechtlicher Sicht nicht unkompliziert sind. Insbesondere riskieren Arbeitnehmer durch die Mehrfachnutzung ihrer mobilen Geräte eine Verschmelzung von Privatleben und Arbeit. Über das private Handy ist der Arbeitnehmer ständig erreichbar – auch nach Feierabend und im Urlaub. Das birgt das Risiko einer Überschreitung der gesetzlich zulässigen Arbeitszeit.

Die ständige Möglichkeit, auf Arbeitsunterlagen zuzugreifen oder einfach nur kontaktiert zu werden, lässt eine vormals klare Grenze zwischen Arbeit und Privatleben verschwinden. Hinzu kommt die Frage, ob dem jeweiligen Arbeitnehmer bekannt ist, ob und in welchem Umfang sein Chef durch die BYOD-Regelungen auf das eigene private Smartphone oder Tablet zugreifen kann.

Für den Arbeitgeber dürfte ein besonders hohes Risiko vor allem darin liegen, sich mit BYOD-Konzepten potentielle Sicherheitsrisiken in das Unternehmen zu holen. So können beispielsweise über nicht ordnungsgemäß gesicherte Mobilgeräte Firmennetzwerke infiziert und angegriffen werden. Daneben besteht die Gefahr, dass Beschäftigte sensible Daten auf ihren mobilen Endgeräten aus dem Betrieb mitnehmen.

Unser Tipp: Ohne Vorliegen einer entsprechenden vertraglichen Regelung sollte der dienstliche Gebrauch privater Endgeräte im Rahmen von BYOD nicht gestattet werden. Sollten Sie darüber nachdenken, ein entsprechendes Konzept einzuführen und sich hinsichtlich der rechtlichen Gestaltung nicht sicher sein, beraten wir Sie gern zu diesem Thema.

Wir beraten Sie kreativ und innovativ bei der Umsetzung von  „Bring your own device“ in Ihrem Unternehmen!

Unsere Beratungsschwerpunkte:

  • Arbeitsrechtliche Begleitung beim Einsatz neuer Medien
  • Einführung neuer Software
  • Einbindung der Mitarbeiter(vertretung) bei Digitalisierungsprozessen
  • Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort, z.B. Möglichkeiten des mobilen Arbeitens
  • Instrumente der Mitarbeiterbindung erarbeiten und implementieren

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Als eine von 15 Anwäl­ten und Steu­er­be­ra­tern der Han­no­ve­ra­ner Kanz­lei LW.P Lüders Warneboldt stehen mir in Fäl­len mit Berüh­rung zum Wirt­schafts­recht, Gesellschafts- und Handels- sowie zum IT-Recht, Datenschutzrecht und dem Zivilrecht spe­zia­li­sier­te Kol­le­gen mit Rat und Tat zur Sei­te.